Edition American Football 4

Von AFL bis NFL Europe

deutsch - 292 Seiten - über 300 Abbildungen und Fotos - 29,90 Euro

Das Thema:

Steinig und voller Hindernisse war der Weg der NFL zur weltgrößten Sportliga, zum milliardenschweren Wirtschaftsunternehmen mit Anhängern in jedem Winkel der Erde. Etliche Male wurde deren Vormachtstellung - mühsam errungen nach langem Dasein im Schatten von Baseball und College Football - von wagemutigen Machern so einiger Konkurrenzligen auf die Probe gestellt. Zwar behielt die NFL stets die Oberhand, ja, sie ging sogar gestärkt aus jedem Konflikt hervor. Doch waren häufig die Herausforderer besonders innovativ und hinterlassen so noch bis heute manche Spur in der modernen NFL. Dass der Super Bowl erst durch den Zusammenschluss mit der rivalisierenden American Football League entstand, ist kein Geheimnis. Aber wer weiß schon, dass über die Hälfte der 32 NFL-Teams entweder aus NFL-Konkurrenzligen stammt, als unmittelbare Reaktion der NFL auf einen neuen Wettbewerber gegründet wurde oder ihre Existenz dem Erfolg einer Konkurrenzliga in der jeweiligen Stadt zu verdanken hat?

Dieses Buch erzählt, angereichert mit zahlreichen Anekdoten, die Geschichten von AFL (1960-69), All-America Football Conference (1946-49), World Football League (1974-75), United States Football League (1983-85) und XFL (2001). Und selbstverständlich die der vor allem in Deutschland populären WLAF/NFL Europe (1991-2007), deren Gründung durch den Siegeszug der NFL möglich geworden war und mit der die NFL die Globalisierung des Footballs anpeilte. Ausführlich vorgestellt werden insgesamt 76 Teams sowie die wichtigsten Persönlichkeiten all dieser Ligen.

Autoren sind Dieter Hoch, der lange Zeit in den USA lebte und als Redakteur des HUDDLE die WLAF/NFL Europe von ihrem Beginn bis zu ihrem Ende intensiv begleitete, und Stefan Thoben, der seit über einem Jahrzehnt wöchentlich im HUDDLE in der Reihe „Stichwort“ kenntnisreich Einblicke in die Geschichte des professionellen Footballs gibt.

 

Leseproben:

... Dennoch hatten WLAF beziehungsweise NFL Europe ihre Verdienste in Sachen Verbreitung des Sports American Football. Zumindest in Deutschland kamen über sie in größerer Zahl Menschen sowie die Medien und zahlreiche Wirtschaftsunternehmen mit dem Thema American Football in Berührung, die sich sonst mit der aus europäischer Sicht exotischen und vermeintlich kaum zu verstehenden Lieblingssportart der US-Amerikaner nicht beschäftigt hätten ...

... Dieser Erfolg ließ den Eindruck entstehen, vor allem bei den Teams, bei denen es nicht so gut lief und die sich dem ständigen Vergleich mit der Situation in Frankfurt ausgesetzt sahen, die Galaxy sei im Grunde ein Selbstläufer. Eine Einschätzung, die wiederum die Mitarbeiter der Galaxy-Geschäftsstelle verärgerte, weil sie ihre Arbeit damit ein wenig herabgewürdigt sahen ...

... Bailey war der wohl beliebteste amerikanische Spieler in der Geschichte der Galaxy und der statistisch beste Wide Receiver der Ligageschichte. Bailey und die World League, das passte zusammen. Nach erfolgreicher College-Zeit an der University of Washington in Seattle, wo er 1991 mit den Huskies National Champion wurde ...

... Mit ihrem attraktiven, unbeschwerten Angriffsfootball wurde die AFL bei den Fans Jahr für Jahr beliebter. Talentierte Spielmacher wie George Blanda, Jack Kemp, Len Dawson und John Hadl drückten der Liga ihren Stempel auf. Lange, spektakuläre Passspielzüge wurden zum Markenzeichen der Liga und lockten die Fans in die Stadien und vor die Fernsehgeräte. Vor allem das kaum an Spannung zu überbietende AFL Championship Game 1962, in dem die Dallas Texans die Houston Oilers erst nach zweifacher Verlängerung besiegten, war eine perfekte Werbung für die junge Liga. Mit einer Nettospielzeit von knapp 78 Minuten war es damals das längste Profi-Spiel aller Zeiten. „Wir hätten kein besseres Skript für dieses Spiel schreiben können“, zeigte sich Joe Foss hinterher restlos begeistert. Der Endspiel-Thriller war ...

... Nachdem die zweitplatzierten Rams 1937 in die NFL aufgenommen wurden, traten die Los Angeles Bulldogs, die im Vorjahr drei Siege gegen NFL-Teams eingefahren hatten, der AFL bei - in der Hoffnung, dem Beispiel der Rams folgen zu können und somit das erste NFL-Team an der Westküste zu werden. Ein weiteres neues AFL-Mitglied waren die Cincinnati Bengals, die mit den heutigen Bengals allerdings nichts zu tun hatten. Ungeschlagen und mit großem Vorsprung vor den anderen Teams, von denen kein einziges eine positive Abschlussbilanz verzeichnete, gewannen ...

... Eine weitere Bedingung des Zusammenschlusses war die Umbenennung der Liga in National American Football League. De facto fand also keine Übernahme der drei AAFC-Teams statt, wie oft behauptet wird, sondern die Gründung einer gemeinsamen neuen Liga. Unglaublich aber wahr: Das am 18. Dezember 1949 stattfindende NFL Championship Game zwischen den Los Angeles Rams und Philadelphia Eagles galt damals als letztes offizielles Spiel der NFL-Geschichte ...

... Im US-Bundesstaat Florida, traditionell eine College-Football-Hochburg, gab es lange Zeit kein Profi-Football-Team. Die Miami Dolphins (seit 1966), die Tampa Bay Buccaneers (seit 1976) und die Jacksonville Jaguars (seit 1995) wurden allesamt erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gegründet. Den ersten Anlauf startete 1946 die AAFC mit einem Team in Miami. Die AAFC, die nicht zufällig die Bezeichnung „All-America“ trug, wollte das Land mit ihren Teams so gut wie möglich abdecken. Dazu gehörte ihrer Ansicht nach auch ein Team in den Südstaaten der USA. Keine gute Entscheidung, wie sich schon bald zeigte. Die Zuschauer ignorierten das Team komplett ...

... Der Teamname der Cleveland Browns war eine Hommage an ihren Head Coach. Paul Brown war so populär in Ohio, von 1941 bis 1943 hatte er die Ohio State University und zuvor jahrelang äußerst erfolgreich ein High-School-Team in Massilon trainiert, dass 1945 in einer Fanabstimmung ...

... Dass die NFL heute aus über 30 Teams besteht, ist auch der World Football League zu verdanken. Während viele NFL-Teambesitzer zu Beginn der 70er Jahre einer Expansion mehr als skeptisch gegenüberstanden, da befürchtet wurde, dass die Stücke vom „Profi-Football-Kuchen“ mit jeder Expansion kleiner würden, versuchte Gary L. Davidson dieses Vakuum auszufüllen und verkündete am 3. Oktober 1973 die Gründung der WFL. Nach der Beendigung des „Football Wars“ mit der AFL hatte es also nur kurz gedauert, bis wieder Konkurrenz vor der Tür stand ...

... Die WFL ging mit dem Anspruch an den Start, mittelfristig zu einer weltweit operierenden Liga heranzuwachsen. Weiter als bis Hawaii kam man jedoch nie. „The Hawaiians“ aus Honolulu, die in den Medien oft fälschlicherweise ...

... Csonka und Kiick waren beide 1968 als Rookies zu den Miami Dolphins gekommen – Csonka als hochgelobter Erstrunden-Pick, während Kiick erst in der fünften Runde der NFL Draft verpflichtet worden war. Von Beginn an waren die beiden als Stammspieler gesetzt. Der 1,91 Meter große und 106 Kilo schwere Csonka flößte den Gegnern mit seinen kraftvollen Läufen Respekt ein, während Kiick vor allem mit seiner Vielseitigkeit glänzte. In seinen ersten vier NFL-Spielzeiten kam Kiick aus Läufen und Passfängen auf jeweils über 1.000 Yards Gesamtraumgewinn. 1968 und 1969 erlief Kiick sogar mehr Raumgewinn als Csonka, der nach Verletzungsproblemen zu Beginn seiner Karriere zwischen 1970 und 1974 fünfmal in Folge für den ...

... Kein Wunder, denn die meisten Teambesitzer der USFL, die am 11. Mai 1982 offiziell aus der Taufe gehoben wurde, verfügten durchaus über das nötige Kleingeld. Jeder der zwölf Owner musste bei der Liga 1,5 Millionen Dollar hinterlegen, um der USFL für Notfälle ein finanzielles Rückgrat zu geben. Zudem wurden mit den Sendern ABC und ESPN lukrative ...

... Am 17. Oktober 1985 reichte die USFL, erneut angeführt von Trump, eine Klage gegen die NFL ein, der vorgeworfen wurde, gegen das Kartellrecht verstoßen und ihre Monopolstellung ausgenutzt zu haben, um die USFL zu ruinieren. Die USFL behauptete, dass die NFL die TV-Sender gedrängt hätte, der USFL im Herbst keine Plattform zu bieten. Auf über eine Milliarde Dollar beliefen sich die Forderungen der USFL ...

... Mit der Gründung der Invaders versuchte Owner Ted Taube die Lücke zu schließen, welche die Raiders mit ihrem Umzug nach Los Angeles in Oakland hinterlassen hatten. Nach einem verkorksten Saisonstart gewannen die Invaders (was sich nicht zufällig auf Raiders reimt) mit einer 9-9-Bilanz die Pacific Division, schieden allerdings bereits in der ersten Playoff-Runde gegen die Michigan Panthers (21:37) aus. 1984 enttäuschten die Invaders auf ganzer Linie, Head Coach John Ralston, der später auch für die NFL Europe tätig wurde und bei der Europameisterschaft 2000 ...

... Als erster Quarterback der sogenannten „Class of ‘83“, zu der unter anderem John Elway und Dan Marino zählen, wurde Jim Kelly 2002 in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen. Kelly hatte die Buffalo Bills zu Beginn der 90er Jahre viermal in Folge in den Super Bowl geführt. In seiner elfjährigen NFL-Karriere verbuchte Kelly 35.467 Yards aus Pässen und 237 Touchdowns. Obwohl die Bills den Spielmacher der Miami Hurricanes in der NFL Draft 1983 als insgesamt 14. Spieler ausgewählt hatten, ging Kelly im Gegensatz zu Elway und Marino zunächst nicht in die NFL, sondern unterschrieb einen Vertrag bei den Houston Gamblers aus der USFL, damals eine kleine Sensation ...

... Der bis dato letzte und vielleicht desolateste Versuch, der NFL Konkurrenz zu machen, war die XFL im Jahr 2001. Entgegen landläufiger Meinung stand das „X“ nicht für „Xtreme“ oder „X-rated“ (dt. nicht jugendfrei). Vince McMahon, Gründer und Chef der Liga, betonte immer wieder, dass das „X“ für ...

... Für Schlagzeilen sorgte vor allem die Privatfehde zwischen Head Coach Rusty Tillman und NBC-Kommentator Jesse Ventura. Der ehemalige Wrestling-Star Ventura provozierte Tillman immer wieder vor laufenden Kameras, bezeichnete ihn als „Ängstlichen Rusty“ und empfahl als Lektüre die beiden Einsteigerbücher „Football 101“ und „The Art of Coaching“ - ein unglaublicher Affront für den langjährigen NFL-Assistenztrainer. Als Ventura nach einem Spiel Tillman vors Mikrofon  ...

... Unter dem von ihm selbst erdachten, grammatikalisch falschen Spitznamen „He Hate Me“ (dt: Er hasst mich) avancierte RB Rod Smart als eines der wenigen Aushängeschilder der XFL zu einer nationalen Kultfigur. Das Außergewöhnliche war, dass auf die Rückseite seines Trikots nicht sein Nachname, sondern ...

 

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Inhaltsverzeichnis:

I. NFL Europe

Wegbereiter der Globalisierung

Spagat zwischen Visionen und Machbarem
Premiere in Frankfurt
Es geht weiter - vorerst
Zweiter Versuch mit neuem Konzept
Strukturelle Probleme
Optimismus wird schnell gedämpft
Es geht voran
Fire als treibende Kraft
Neuer Name, neues Logo, besseres Image
Konzentration auf Germany
Grenzen des Wachstums
Schleichendes Ende
Trauriges Finale

Die Teams der NFL Europe

Frankfurt Galaxy
Rhein Fire
Berlin Thunder
Cologne Centurions
Hamburg Sea Devils
Amsterdam Admirals
Scottish Claymores
Barcelona Dragons
London/England Monarchs

Die Teams der World League

Birmingham Fire
Montreal Machine
New York/New Jersey Knights
Ohio Glory
Orlando Thunder
Raleigh-Durham Skyhawks
Sacramento Surge
San Antonio Riders

Die Stars der NFL Europe

Oliver Luck
Mario Bailey
Jack Bicknell
Manfred Burgsmüller
Derrick Clark
Jake Delhomme
La’Roi Glover
Galen Hall
Werner Hippler
Ralf Kleinmann
Axel Kruse
Siran Stacy
Kurt Warner

WLAF/NFLE - Tabellen

1991 bis 2007

II. American Football League

David gegen Goliath

Der »Foolish Club« legt los
Schwarze Spieler sind gern gesehen
Vom Krieg zum Frieden
Joe Namath schockt die NFL

Die Teams der AFL

Boston/New England Patriots
Buffalo Bills
Dallas Texans/Kansas City Chiefs
Denver Broncos
Houston Oilers (Tennessee Titans)
Los Angeles/San Diego Chargers
New York Titans/Jets
Oakland Raiders
Miami Dolphins
Cincinnati Bengals

Die Stars der AFL

Lance Alworth
George Blanda
Al Davis
Cookie Gilchrist
Sid Gillman
Don Maynard
Joe Namath
Jim Otto
Jan Stenerud
Hank Stram

AFL - Tabellen

1960 bis 1969

III. Die anderen AFLs

Drei gescheiterte Versuche

»The Galloping Ghost« geht fremd
Sprungbrett für die Rams in die NFL
In den Kriegswirren untergegangen

Die anderen AFLs - Tabellen

1926, 1936 bis 1937, 1940 bis 1941

IV. All-America Football Conference

Die Geburtsstätte von drei NFL-Teams

Kampf um die Westküste
Signing War
Browns zu dominant
AAFC und NFL nähern sich an

Die Teams der AAFC

Cleveland Browns
San Francisco 49ers
Baltimore Colts
Buffalo Bisons/Bills
Brooklyn Dodgers
Chicago Rockets/Hornets
Los Angeles Dons
Miami Seahawks
New York Yankees

Die Stars der AAFC

Paul Brown
Otto Graham
Lou Groza
Elroy Hirsch
Marion Motley
Joe Perry
Arnie Weinmeister

AAFC - Tabellen

1946 bis 1949

V. World Football League

Eroberung der Welt gescheitert

Auch München und Düsseldorf
sollten ein Team bekommen
Der erste große Coup
Attraktivität durch Regelergänzungen
Die Zahlung der Spielergehälter stockt
Neue Investoren müssen her
Die Pleite ist unabwendbar

Die Teams der WFL

Birmingham Americans/Vulcans
Chicago Fire/Winds
Detroit Wheels
Florida Blazers
The Hawaiians
Houston Texans/Shreveport Steamer
Jacksonville Sharks/Express
Memphis Southmen
New York Stars/Charlotte Hornets
Philadelphia Bell
Portland Storm/Thunder
Southern California Sun
San Antonio Wings

Die Stars der WFL

Larry Csonka/Jim Kiick
Calvin Hill
Jim Nance
Anthony Davis
Paul Warfield

WFL - Tabellen

1974 bis 1975

VI. United States Football League

Die One-Dollar-Frühlingsliga

Konkurrenz für die „No Fun League“
Herschel Walker sorgt für Schlagzeilen
Zuschauer und Fernsehen ziehen mit
Streit mit ABC
Keine Milliarde von der NFL

Die Teams der USFL

Arizona Wranglers
Birmingham Stallions
Boston/New Orleans/Portland Breakers
Chicago Blitz
Denver Gold
Los Angeles Express
Michigan Panthers
New Jersey Generals
Oakland Invaders
Philadelphia/Baltimore Stars
Tampa Bay Bandits
Washington Federals
Houston Gamblers
Jacksonville Bulls
Memphis Showboats
Oklahoma/Arizona Outlaws
Orlando Renegades
Pittsburgh Maulers
San Antonio Gunslingers

Die Stars der USFL

Kelvin Bryant
Anthony Carter
Jim Kelly
Sam Mills
Jim Mora
Herschel Walker
Reggie White
Doug Williams
Steve Young

USFL - Tabellen

1983 bis 1985

VII. XFL

Große Klappe, nichts dahinter

Wrestling goes Football
Knallharter Football
und innovative Neuerungen
Erfolgreicher Start
Nach einem Jahr schon das Ende

Die Teams der XFL

Birmingham Thunderbolts
Chicago Enforcers
Las Vegas Outlaws
Los Angeles Xtreme
Memphis Maniax
New York/New Jersey Hitmen
Orlando Rage
San Francisco Demons

Die Stars der XFL

Tommy Maddox
Rod »He Hate Me« Smart
Rashaan Salaam

XFL - Tabellen

2001